Ran an Omas Häkelnadel!
Das Häkeln hat nicht unbedingt den Ruf, “cool” zu sein. Wenn ich mich an meine Handarbeitslehrerin am Gymnasium erinnere, kommt mir in Sachen Häkeln (und Stricken, Sticken, Nähen, Seidenmalerei…) das kalte Grausen - und cool fand ich das auch nie. Mag an mir gelegen haben, vielleicht aber auch an den pädagogischen Fähigkeiten der Frau E.
Doch mit meiner Begeisterung für Schmuck habe ich auch ein kleines bisschen zum Häkeln zurückgefunden. Hier kurz zwei meiner gehäkelten Schmuckstücke. Das erste sind Ohrringe mit Edelsteinsplittern (Amethyst und Mondstein), sie wurden mit ganz einfachen Luft-/Kettenmaschen gemacht. Die Idee stammt urspünglich nicht von mir, sondern ich habe diese Ohrringe bei Etsy gefunden. Eigentlich ist es jedoch nichts anderes, als auch im Video von Auntie’s Beads (unten) gezeigt wird.
Diesen Armreif mit etlichen Süßwasserzuchtperlen habe ich mit festen Maschen gehäkelt und dann in einen Rahmen eingespannt. Auf dieses Stück bin ich fast ein bisschen stolz… Hierzu gibt es bei JewelryLessons auch ein Tutorial.
Also auch mit Draht kann man häkeln. Man muss nur ein paar Sachen beachten, die im zum Häkeln mit Garn unterschiedlich sind
- Der Draht
Am besten geeignet sind Drahstärken von von 30 Gauge (0,25mm) oder 28 Gauge (0,32mm). Auch 26 Gauge (0,4 mm) kann noch verwendet werden, ist aber etwas schwieriger zu verarbeiten. - Die Häkelnadel
Trotz des doch recht dünnen “Fadens” sollte die Häkelnadel eher groß sein. Ich benutze eine Größe 5 und komme damit gut zurecht. Im Zweifelsfall immer eher eine Nummer größer als kleiner. Warum das ganze? Die Nadel formt die Masche, und beim Häkeln mit Draht sollen die Maschen groß und offen sein. - Perlen einarbeiten
Meistens will man ja Perlen oder Steine mit in das zu häkelnde Schmuckstück integrieren. Das ist viel leichter als es den Anschein hat. Man muss nur möglichst vorher entscheiden welche und wie viele, denn sie werden noch vor Beginn auf den Draht gefädelt, welcher möglichst noch an der Spule sein sollte. Man schneidet ja auch das Garn erst wenn man fertig ist vom Knäuel ab, oder?
Wenn man dann an einer Masche angelangt ist, in der man gerne eine Perle hätte, wird die Perle nach vorne geschoben und der Draht hinter der Perle auf die Nadel gehakt und wie bei normalen Maschen durchgezogen. Damit wird die Perle mit durch die Masche gezogen - sie ist eingehäkelt!
Und da das alles immer so schwer zu berschreiben ist, verweise ich hiermit auf ein Karla Kam Video (bei YouTube eingestellt von AuntiesBeads), welches das wunderbar demonstriert. Es ist auf englisch, doch die Bildqualität ist gut und auch ohne Englischkenntnisse kriegt man ganz gut mit wie es geht.
Sie zeigt in diesem Video zwar nur das Arbeiten mit Luft- bzw. Kettenmaschen (Häkelprofis möchten mir eventuelle falsche Begriffe verzeihen…), doch wie mein Armreif zeigt, sind auch feste Maschen kein Problem, auch Stäbchen habe ich schon gesehen, aber noch nicht ausprobiert…

