Kleine Schmuckkunde: Ringgrößen
Es ist immer wieder ein Kreuz, die richtige Ringgröße zu bestimmen. Und dann meint man, man weiß endlich welche Größen man für Ringfinger und Mittelfinger braucht… und dann… Andere Länder, andere Sitten. Und andere Ringgrößen. Im Folgenden möchte ich versuchen, die meistverwendeten Ringmaße der Welt vorzustellen.
Einen Ringgrößen-Rechner gibt es übrigens hier auch.
Wiener Vereinigungsmaß
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Diesen Namen kennen meist nur Juweliere, doch das Ringmaß, das sich dahinter verbirgt, ist eines der gebräuchlisten im deutschsprachigen Raum: der Umfang in mm. Obwohl beim Umrechnen meist Zahlen mit Nachkommastellen herauskommen, werden hauptsächlich ganze Zahlen verwendet.
Durchmesser-Maß
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Ungenauer als das Wiener Vereinigungsmaß, aber auch relativ gebräuchlich in unseren Gefilden, auch wenn es von Juwelieren und Goldschmieden eher ungern gesehen wird. Es handelt sich hierbei um den Innendurchmesser des Ringes in mm.
Wer in Mathe aufgepasst hat weiß, dass der Durchmesser der Umfang / Pi ist.
Auch hier gilt wieder: beim Umrechnen wird meist gut gerundet. So werden Umfänge von 50 - 52mm häufig dem Durchmesser 16mm zugerechnet, auch wenn 50mm Umfang ca. 15,9mm Durchmesser und 52mm Umfang ca. 16,5mm Durchmesser sind.
Das europäische Maß
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Manchmal auch französisches Maß genannt. Es wird hauptsächlich in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Teilen der Schweiz verwendet.
Es berechnet sich aus dem Ringumfang - 40. So kommt es, dass eine Ringgröße 16 im europäischen Maß eine knappe 18 im Durchmesser-Maß ist. Hierbei also aufgepasst!
Das Britische Ringmaß ![]()
Wie hätte Obelix nun so schön gesagt “Die spinnen, die Briten”. Nein, ganz so schlimm ist es nicht, jedoch sind die Briten die einzigen, die ein Ringmaß mit Buchstaben verwenden. Die Umrechnung ist eher kompliziert.
Die üblichen Größen beginnen ca. bei K, was einem Durchmesser von ca 15,75mm entspricht und gehen bis V, was ungefähr 20,1mm Durchmesser entspricht.
Amerikanisches Ringmaß
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Dieses Ringmaß wird in den USA und in Kanada eingesetzt. Offiziell gibt es hierbei auch halbe und viertel Größen, beginnend bei 1 (12.45mm Innendurchmesser). Eine ganze Größe größer entspricht 0.8128 mm mehr Innendurchmesser oder in etwa 2.55 mm mehr Innenumfang.
Wie allerdings so häufig in den USA: die kleinste Größe ist nicht klein genug, deshalb gibt es auch bei den Ringen sog. Nullgrößen
Pacher-Maß ![]()
Das Pacher-Maß war vor dem Wiener Vereinigungsmaß gebräuchlich, vereinzelt ist es auch heute noch im Gerbauch. Es berechnet sich an Hand des Umfanges wiefolgt
38,5mm + x * 1,85mm
Wobei x dann der Ringgröße entspricht. Die Skala beginnt bei 1, also bei einem Umfang von 40,35mm
Japanisches Ringmaß ![]()
In Japan gibt es - zumindest offizell - nur ganze Ringgrößen. Sie sind ähnlich zu den Amerikanischen Größen ohne sofort ersichtlichen Zusammenhang zu irgendeinem messbaren Durchmesser, Umfang o.ä.
Leider sind die Quellen hierbei relativ widersprüchlich. Die einen behaupten die Größe 1 entspräche 13mm Innendurchmesser und je 1/3 mm Innendurchmesser wäre eine Größe größer, andere wiederum beginnen bei ca. 12.4mm Innendurchmesser für die Größe 1 und machen Sprünge zwischen 0,2 und 0,8 mm.
Jedoch haben alle Quellen etwas gemeinsam: der Innendurchmesser von 16mm entspricht stets der japanischen Ringgröße 10, und von dieser Größe weg, sind die Angaben auch größtenteils übereinstimmend.
Eine Formel, die gerne in Ringgrößen-Rechner verwendet wird ist
(Durchmesser - 12.67) * 3
Selbst wenn man seine Ringgröße zu kennen glaubt, gibt es noch ein paar Dinge, die zu beachten sind:
- Die Finger der linken und rechten Hand sind meist unterschiedlich dick(sie unterscheiden sich meist so ca. eine halbe Größe)
- Die Fingerdicke ändert sich im Verlauf eines Tages. Ob die Finger morgens oder abends am dicksten sind, darüber herrscht keine EInigkeit - i.d.R. wird behauptet, sie wären abends dicker als morgens, jedoch kenne ich Personen, bei denen es umgekehrt ist
- Natürlich verändert sich auch die Ringröße im Laufe des Lebens - man nimmt zu und ab, man arbeitet vielleicht viel mit den Händen,…
- Im Winter sind die Finger meist etwas dünner als im Sommer, je wärmer es ist, desto stärker schwellen die Finger an.
- Die benötigte Ringgröße ist auch ein wenig vom Design des Ringes abhängig. Breite Bandringe benötigt man häufig 1-2 Größen größer als dünne zarte Ringe
Quellen und Bilder: [04], [05], [06]

