Kleine Schmuckkunde: Gold

Eines der wertvollsten - wenn auch nicht das wertvollste - Edelmetall, das wir kennen. Bevor wir uns aber dem Gold und seiner Rolle im Schmuckbereich zuwenden, ein ganz kurzer Ausflug in die Wissenschaft.

Gold (Symbol Au vom lateinischen aurum) gehört mit seiner Ordnungszahl 79 zu den sog. “Übergangsmetallen” und liegt im Periodensystem zwischen Platin (Pt, 78) und Quecksilber (Hg, 80).

Ein Edelmetall ist Gold aber natürlich auch! Edelmetalle sind nämlich Metalle, die besonders korrosionsbeständig sind, d.h. die bei Raumtemperatur nicht oder nur sehr langsam oxidieren.

Dies und die Tatsache dass Gold gediegen vorkommt und nicht in Form von Erzen, sind die Hauptgründe, warum Gold eines der ersten Metalle war, die verarbeitet wurden - u.a. auch zu Schmuck.

Reines Gold eignet sich kaum für die Schmuckherstellung, da es sehr weich ist. Natürlich gibt es Schmuckstücke aus reinem Gold, doch in unserem Kulturkreis sind diese die Ausnahme.
Die bei uns üblichen Legierungen liegen zwischen 333 und 750 Gewichtspromille Gold in der Gesamtmischung. Auf Deutsch: von 1000 Gewichtsanteilenn sind zwischen 333 und 750 wirklich aus Gold. Je höher der Goldanteil, desto satter die gelbliche Farbe.
Neben den Bezeichnungen “Gold 333″ gibt es auch noch die Einteilung in Karat.
Reines Gold hat 24 kt, die niedrigste in Deutschland zugelassene Legierung 8 kt, dies ist das 333er Gold.

Folgende Tabelle zeigt die gängigsten Goldlegierungen, wobei alles ab 750er Gold aufwärts bei uns sehr selten ist. Das 417er Gold ist in Deutschland ebenfalls unüblich.

Karat Handelsbezeichnung
24 kt Gold 999
22 kt Gold 916
20 kt Gold 833
18 kt Gold 750
14 kt Gold 585
10 kt Gold 417
9 kt Gold 375
8 kt Gold 333

Die Bezeichnung “Gold” wird in verschiedenen europäischen Ländern unterschiedlich gehandhabt. Was bei uns als 375er Gold verkauft wird, gilt in der Schweiz beispielsweise nur als Goldimitation, was auch fast verständlich ist: denn obwohl bei Betrachtung des Gewichts auf 1000 Teile 375 Teile Gold kommen, sind nur ca. 20% der Atome dieser Legierung tatsächlich Gold…

Gold gibt es also in verschieden edlen Legierungen, aber nicht nur das. Legiertes Gold gibt es auch in verschiedenen Farben.

Gelbgold:
quasi die Standardfarbe, die auch reines Feingold hat. Gelbgold wird mit Silber und Kupfer legiert.

Weißgold/Graugold:
Das heutzutage hoch geschätzte Weißgold wurde in Pforzheim erfunden und ursprünglich als Ersatz für das viel teurere Platin entwickelt. Das heute am häufigsten benutzte Weißgold enthält u.a. Palladium, ein Platinmetall. Da Weißgold in seiner Legierung eher grau erscheint, werden Weißgoldschmuckstücke i.d.R. rhodiniert, was ihnen dann den hellen weiß-scheinenden Look gibt.

Rotgold:
Das Rotgold war früher besonders in Russland sehr beliebt, was ihm auch die Bezeichnung “Russengold” einbrachte, die speziell in der DDR häufig gebraucht wurde. Eine Rotgoldlegierung besteht aus Feingold und Kupfer, manchmal unter Zugabe von ein wenig Silber, was die Verarbeitbarkeit verbessern sollte.
Heutzutage tritt das Rotgold wieder immer häufiger in Erscheinung, nachdem es sehr lange out war.

Grüngold:
Eine ungewöhnliche und auch nur selten anzutreffende Goldfarbe ist das Grüngold. Es wird hauptsächlich im Trachtenschmuck verwendet, meist um Blätter o.ä. darzustellen. Eine Grüngoldlegierung besteht aus Gold und Silber, wobei der Grünton beim Verhältnis von 1:1 am intensivsten sein soll.
Das Silber lässt sicht auch teilweise durch Cadmium ersetzen, was zwar ein intesiveres Grün ergibt, aber auch dazu führt, dass das Schmuckstück schneller oxidiert, da Cadmium kein Edelmetall ist.

Mode-Erscheinung “Chocolate Gold”:
eine noch sehr neue Farbe ist das sog. “Chocolate Gold”, dies ist jedoch keine eigene Goldlegierung, sondern entsteht durch eine PVD-Beschichtung (PVD: physical vapour deposition). Diese ergibt einen warmen Braunfarbton, der schön mit Gelbgold harmoniert.
Es bleibt abzuwarten, wie weit sich diese Modeerscheinung, die durch einen weltweit präsenten Shoppingsender gepusht wird, tatsächlich verbreitet.

Quellen und Bilder: [01], [02]


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