Die EDV-Branche ist im Fortschrittswahn gefangen. Einkehr tut not. Wir sollten alle eine Pause einlegen. WIN-Guru Martin Goldmann ruft auf zu Besinnung und Meditation.
Es gibt eherne Gesetze in Gesellschaft und Leben. Zum Beispiel, daß Fußballer alle Interviewfragen mit "Äh, ich denke mal..." zu beantworten beginnen. Oder daß jeder TV-Reporter zuerst fragt "Wie fühlen Sie sich..." egal, ob er einen überglücklich grinsenden Michael Schumacher oder ein ziemlich ramponiertes Unfallopfer vor sich hat. Oder daß die Protagonisten von Nutella-, Rocher- und Milchschnitte-Werbung stets den Eindruck vermitteln, der Genuß von Ferrero-Produkten habe sie völlig verblödet.
Auch unsere Computerbranche hat eine eherne Regel: Es muß weitergehen. Das ist langweilig. Denn momentan tut sich nichts - außer hektischem Versionsnummern-Aktionismus und verkrampfter Java-Akrobatik. Mein Vorschlag: Die gesamte Branche sollte ein halbes Jahr dicht machen, das Internet schließen wir, und alle PCs werden auf 4,77 MHz zurückgetaktet.
Einstweilen besinnen wir uns auf das Menschliche in uns, auf den Kosmos, auf all die Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir außer Computern nicht verstehen. Lasset uns meditieren, Pendel schwingen, nach Wasseradern suchen oder Steine auf unsere Rechner legen.
Diese Kehrtwende bringt Konsequenzen für die EDV-Fachpresse. WIN wendet sich deshalb als erstes deutsches Computermagazin aber der nächsten Ausgabe ausschließlich; grenzwissenschaftlichen Themen zu. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe von ParaWIN unter anderem über folgende Themen:
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- Total schönes Gefühl: Sicher ins Armageddon - Was bedeutet der Jahrtausendwechsel für die Weltuntergangsprognose?
- Hardware: 15 Wünschelruten im Vergleich - Was sie bringen, wie sie schwingen.
- Software: Aura-X oder Karma - Welcher Standard setzt sich durch?
- Auf der CD: Pendel-Upgrade auf 250 Schwingungen pro Sekunde.
- Praxis: Seelenwanderung Schritt für Schritt - verlustfreier Datenimport aus früheren Leben.
- Online - Telepathie/IP und andere Übertragungsprotokolle auf dem transzendenten Highway.
Und was geschieht mit der Schutzverletzung? Ich werde mich von dieser letzten Seite zurückziehen und mich ein halbes Jahr ins Ashram nach Redmond begeben. Hier meditiere ich dann vor einer endlos laufenden Sanduhr. Vielleicht klappt es dann endlich mit dem Guru?
WIN wird ab der nächsten Ausgabe zu ParaWIN, dem Magazin für Grenzwissenschaften. |