Die Cebit hatte in diesem Jahr endlich wieder einen Trend. Mit dem Blick tiefer Gewißheit versicherte ein Produktmanager dem anderen: "Der Spracherkennung und Sprachausgabe auf dem PC gehört die Zukunft." WIN-Sprecher Martin Goldmann: "Stimmt."
Da ist es endlich: Wir haben das erste Trend-Revival in der EDV. So wie die Mode uns mit Plateauschuhen und deutschem Schlager in die Siebziger zurückprügelt, zeigt der Trend "Spracherkennung", daß es auch einmal die achtziger gab. Schon zu jener Zeit gehörte der Spracherkennung die Zukunft. Binnen weniger Jahre hätte jeder PC per Lautäußerung gesteuert werden sollen. Standard-Headline zu jener Zeit: "Der PC gehorcht aufs Wort" |
miteinander. Sei es PC zu Drucker oder PC zu PC. Selbst die Datenübertragung per Telefonleitung kommt ohne Umwandlung der Daten in analoges Signalrauschen aus. In den Entwicklungslabors von Microsoft. IBM und Hewlett-Packard testet man solche Systeme. WIN konnte ein streng geheimes Testprotokoll aus dem Sprachentwicklungszentrum schmuggeln: PC: "Drucker!" Tintenstrahler: "Ja?" Laserdrucker: "Ja?" PC: "Nicht alle auf einmal! Laserdrucker!" Laserdrucker: "Ja?" Tintenstrahler: "Schleimer..." Laserdrucker (zu Tintenstrahler): "Klappe, Tintenpisser!" (zu PC) "PC - ich höre." PC: " O.K. Paß auf, ich habe folgendes zu drucken..." Was im Labor bereits funktioniert, ist noch nicht marktreif. Die Industrie-Größen ringen um einen Sprachstandard. Microsoft bevorzugt US-Amerikanisch. Sun setzt gemeinsam mit europäischen Partnern aus Esperanto und verklagt Microsoft wegen Nichteinhaltung des US-Standards. Dolmetscher-Computer, die zwischen Sprachstandards vermitteln, auf der Cebit 99 zu sehen sein.
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