Es hätte so ein schöner Abend werden können. Doch WIN-Kolumnist Martin Goldmann durchlebte einen kafkaesken Alptraum. Er hatte nichts zu tun mit Käfern, die auf dem Rücken liegen und mit den Beinen zappeln. Es ging um Äpfel.
Es ist Abend. Mein Bier steht vor mir, mit einer perfekten Schaumkrone, auf einem klebrigen Tisch. Ich denke an Hopfen aus der Hallertau, Gerste aus dem Frankenland und an die kupfernen Sudkessel in einer kleinen Dorfbrauerei. Irgendwo auf der Welt geht gerade die Sonne unter. Langsam drehe ich den Krug bis der Henkel in der besten Griffposition steht. Maß nehmen, Konzentration, die Hand in den Griff, anheben – gleich ist Feierabend. |
Warum hat er erst vor einem halben Jahr wahrgenommen, daß auch ein PC eine grafische Oberfläche hat? Warum nennt er 98er-Rechner seitdem Win-Dosen? Warum ich? Ich gebe es zu, einige meiner besten Kumpels haben einen Mac. Und auch ich arbeite gerne an so einem digitalen Irrsinns-Kreativ-Center. Das ist auch prima, wenn das Trumm nicht gerade abstürzt (Der unerwartete Fehler Nummer 31 ist aufgetreten - OK)und zweieinhalb Megabyte fertig layouteter Seiten mit sich in den Abgrund reißt. Woher nimmt Jan diese faszinierende Mischung aus Unfehlbarkeit und Minderwertigkeitskomplex? Und wieso höre ich von ihm seit Jahren das stereotype "Ich muß ja auch nicht wissen, warum ein Auto fährt", bevor er in seine Ente steigt, erstmal von innen die Scheiben freikratzt, etwas Silikon um die Lufteinlaßklappen spritzt, viermal den Anlasser fast zum Bersten bringt und davontuckert? Vielleicht ist Jan nur eifersüchtig darauf, daß wir unter Windows eine rechte Maustaste haben? Maustasten-Neid. Ich werde ihn fragen, nächstes Mal, wenn er gerade sein Feierabend-Bier trinken will.
|