Wer ist wirklich mächtig? Der Papst, der Präsident und jeder Pförtner. Doch Bill Gates ist noch mächtiger. WIN-Kolumnist Martin Goldmann deckt gnadenlos dessen Pläne auf: Microsoft will die Rechte am Gregorianischen Kalender kaufen.
Kolumnen-Kollegen munkeln fleißig über Bill Gates' Ambitionen für das US-Präsidenten-Amt. Das ist unrealistisch. Gates als Papst paßt schon eher zur dogmatischen Linie des Multis. Doch Gates' Streben geht viel weiter. Geheime Dokumente zeigen, daß der bislang raffinierteste Coup des Software-Milliardärs noch bevorsteht: Microsoft wird die Rechte am Gregorianischen Kalender kaufen und die Zeitrechnung übernehmen. |
Monate werden hinter dem Komma weitergezählt, die störende Beschränkung auf zwölf aufgehoben. Je nach Release-Datum kann
es also durchaus zum Monat 2.15 kommen. Als Monatsnamen vergibt Microsoft dann eigene Namen. Auf den Dezember folgen Wordar, der Excelar und Powerpointar. Branchen-Insider vermuten reine Profitgier hinter Microsofts Streben. So werden alle Hersteller von Terminplanern künftig Abgaben an Microsoft zahlen, damit sie mit den MS-Jahreszahlen agieren dürfen. Außerdem müssen sich alle Staaten bei der US-Firma um die Lizenzierung von Feiertagen bemühen. Sun, Netscape, IBM und Oracle laufen Sturm gegen Microsofts Pläne. Nach erfolglosen Klagen veröffentlichen die Konkurrenten demnächst eine eigene Zeitrechnung, Open Time. Noch ist man sich allerdings nicht in allen Detailfragen einig. Sun will ihren Entwurf Open Time 1.1 durchdrücken, IBM und Oracle favorisieren jedoch die bereits getestete Version 1.02. Mit einer Einigung ist nicht vor 3.0 zu rechnen.
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